Fest der Freude in Burgebrach

Burgebracher feiern die Altarweihe mit Wiedereröffnung ihrer renovierten Pfarrkirche.

Mit dem Abschluss der Generalsanierung der Pfarrkirche St. Vitus konnten zahlreiche Gläubige die feierliche Altarweihe und die Wiedereröffnung ihres Gotteshauses gemeinsam mit Erzbischof Herwig Gössl feiern.

Bei strahlendem Sonnenschein empfingen die Kindergartenkinder den Erzbischof am Marienbild. Begleitet von zahlreichen Geistlichen, Ministranten, Ehrengästen, Vereinen und Fahnenabordnungen sowie der Blaskapelle Mönchherrnsdorf setzte sich anschließend ein festlicher Zug in Bewegung. Durch die von Zuschauern und mit Fähnchen winkenden Kindern gesäumten Straßen führte der Weg zur Pfarrkirche.

In seiner Begrüßung brachte Pfarrer Bernhard Friedmann seine Freude und Dankbarkeit darüber zum Ausdruck, dass der Mittelpunkt des Seelsorgebereichs nach zweieinhalb Jahren nun wieder für Gottesdienste zur Verfügung steht. Für ihn war die Feier zudem ein besonderes Ereignis: Er konnte bereits seine zehnte Altarweihe feiern.

 

Markt Burgebrach beteiligt sich an den Kosten

Erster Bürgermeister Peter Pfohlmann hob die enge Verbundenheit von Kirche und weltlicher Gemeinde in Burgebrach hervor. Das Gotteshaus sei weit mehr als eine bauliche Einrichtung: „Es prägt Heimat und Geschichte, gibt Orientierung und Zukunft.“

 

Die Kosten der Generalsanierung der Pfarrkirche beliefen sich auf insgesamt 4,7 Millionen Euro. Davon übernimmt der Freistaat Bayern als Baulastträger 2,1 Millionen Euro. Der kirchliche Anteil von 2,6 Millionen Euro wird mit rund 1,7 Millionen Euro vom Erzbistum Bamberg finanziert. Weitere 700.000 Euro übernimmt der Markt Burgebrach, 118.000 Euro kommen von der Oberfrankenstiftung. Die verbleibenden 142.000 Euro trägt die Kirchenstiftung.

Erzbischof Herwig Gössl segnet das Taufbecken, das nun in der Mitte der Kirche seinen Platz gefunden hat, und den neuen Ambo. Dort trug Cornelia Bogensperger erstmals die Lesung vor.

Gänsehautmomente auch in der Pfarrkirche St. Vitus

„Menschen sind auf der Suche nach heiligen Orten – nach Orten für Gänsehautmomente und Empfindungen, die man sich nicht erklären kann“, so Erzbischof Herwig Gössl in seiner Predigt. Vielleicht hätten auch die Anwesenden einen solchen Moment erlebt, als sie die renovierte Kirche nach so langer Zeit wieder betreten konnten?

Weiter nahm der Erzbischof Bezug auf die biblische Geschichte vom Traum Jakobs. Dieser sah eine Leiter, die von der Erde bis in den Himmel reichte. Jakob erkannte: Hier ist ein heiliger Ort, hier begegnen sich Gott und Mensch. Das Evangelium nach Johannes mache zugleich deutlich, dass nicht allein der Ort entscheidend sei. Jesus rufe dazu auf, den Vater „im Geist und in der Wahrheit“ anzubeten.

Altar als Verbindung von Gott und Mensch

Die Altarweihe habe eine besondere Bedeutung. Die Salbung des Altares, die Besprengung mit Weihwasser und das Verbrennen von Weihrauch an fünf Stellen symbolisch für die fünf Wundmale Christi seien Zeichen, die auf die Eucharistiefeier hinführten. Der Altar sei ein festes Zeichen des Glaubens und erinnere an die unerschütterliche Liebe Gottes. Wie die Jakobsleiter verbinde er Himmel und Erde, Gott und Mensch.

In den Altar wurden die Reliquien der heiligen Amanda eingebracht, einer Märtyrerin, die als Vorbild für ihren unerschütterlichen Glauben gilt.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Norbert Drescher und Kirchenverwaltungsvorsitzender Karl-Josef Neser dankten allen, die zum Gelingen der Generalsanierung beigetragen haben. "Der Altar", so Drescher, "sei für alle das Herz der Kirche – ein Ort, an dem Menschen die Nähe Gottes erfahren können." Neser hob insbesondere die Spendenbereitschaft hervor: Rund 100.000 Euro konnten gesammelt werden. Damit wurden unter anderem der neue Altar und der Ambo finanziert sowie die Kirchenbänke neugestaltet.

Auch Landrat und Altbürgermeister des Marktes Burgebrach, Johannes Maciejonczyk, zeigte sich erfreut über das gelungene Werk. Als gebürtiger Burgebracher verbinde er viele persönliche und emotionale Erinnerungen mit dem Gotteshaus. Auch er habe beim Einzug einen Gänsehautmoment erlebt und wünschte sich ein „grenzenloses Miteinander“.

Für ein gutes ökumenisches Miteinander in Burgebrach sprach sich auch die evangelische Dekanin Sabine Hirschmann aus. Ihr Wunsch: Die Kirche möge für viele Menschen Heimat sein, der Glaube wachsen und Gottes Liebe spürbar werden. Ihr Wunsch: „Lasst uns fröhlich sein und uns freuen!“

Diözesanarchitekt Ulrich Vogel begleitete die Generalsanierung. Nach einem Wettbewerb wurde der Entwurf des Künstlerpaares Ursula und Tom Kristen umgesetzt. Die Gestaltung verbindet Vergangenheit und Gegenwart: Die Form des Altares greift die Rahmung des Deckengemäldes auf und holt das himmlische Bild des Freskos gleichsam in die Gegenwart. Heller Kalkstein, Solnhofener Bodenplatten und geschmiedetes Aluminium bilden einen harmonischen Dreiklang aus Material, Form und Licht. Am Chorbogen erinnern gotische Darstellungen des Kaiserpaares Heinrich und Kunigunde an die Geschichte der Kirche. So schlägt die Neugestaltung eine Brücke durch die gesamte Baugeschichte von St. Vitus.

Die musikalische Umrahmung verlieh dem Festgottesdienst eine besonders feierliche Note. Reinhard Stadter gestaltete die festliche Orgelmusik und leitete den Kirchenchor. Doris Schiller bereicherte den Gottesdienst mit ihrem Gesang, und Trompeten- und Posaunenstücken. Als Kantorin überzeugte Daniela Kaiser mit ihrem Gesang.

Auf dem Kirchplatz klang der festliche Tag bei einem gemeinsamen Fest aus. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Kerstin Reheuser hatte dazu eingeladen, den gelungenen Abschluss der Generalsanierung und die Wiedereröffnung der Kirche gemeinsam zu feiern.

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde damit nicht nur ein umfassend renoviertes Gotteshaus seiner Bestimmung übergeben. Burgebrach hat wieder einen Ort der Begegnung, des Glaubens und der Gemeinschaft.