Nach einer Machbarkeitsstudie, intensiven Voruntersuchungen und der bereits erfolgten Entkernung des Gebäudekomplexes wurden nun die detaillierten Planungen vorgestellt. Der Markt Burgebrach hatte das Anwesen im Jahr 2022 erworben, um die historische Substanz zu sichern und einer zukunftsfähigen Nutzung im Historischen Ortskern zuzuführen.
B.Eng. Sebastian Sterk vom beauftragten Architekturbüro Jäcklein aus Volkach erläuterte in seiner Präsentation, dass im Zuge der Arbeiten zahlreiche historische Elemente freigelegt werden konnten. Auf dieser Grundlage entstand in enger Abstimmung mit dem künftigen Pächter und verschiedenen Behörden ein schlüssiges Gesamtkonzept.
Das zweigeschossige Fachwerkgebäude aus dem Jahr 1675 bildet weiterhin das Herzstück der Anlage. Ergänzt wird es durch einen neuen zweigeschossigen Verbindungsbau mit Dachterrasse sowie durch den bestehenden Hotelanbau mit drei Obergeschossen aus dem Jahr 1960. Künftig entstehen in der Gaststätte 133 Innensitzplätze. Im Innenhof, der zur Bauernwirtsgasse hin eingefasst wird, werden zusätzlich 48 Außensitzplätze geschaffen.
Weiter stehen künftig 18 großzügige Gästezimmer mit modernen Nasszellen im Angebot. Dank einer Aufzugsanlage sind sämtliche Etagen barrierefrei erreichbar. Der zentrale Zugang erfolgt künftig über die Bauernwirtsgasse. Im Erdgeschoss des Bettenhauses wird die Küche mit Nebenräumen und separatem Außenzugang untergebracht. WC-Anlagen sowie weitere Lagerräume finden im Keller Platz.
Im südlichen Bereich des Areals konnte zusätzlich eine Fläche erworben werden, auf der unter anderem Fahrradunterstellplätze entstehen.
Die aktuelle Kostenberechnung beläuft sich auf 12 Mio. Euro. Darin enthalten sind auch aufwändige Zusatzmaßnahmen wie das Tieferlegen des historischen Gewölbekellers sowie der Einbau einer sogenannten „weißen Wanne“ zur Gründung des Gebäudes.
Erfreulich stellt sich die Förderkulisse dar:
Aus Mitteln der Städtebauförderung werden rund 2,6 Millionen Euro erwartet, von der Oberfrankenstiftung rund 1 Million Euro. Für denkmalpflegerischen Mehraufwand sind 688.000 Euro vorgesehen, hinzu kommen KfW-Mittel in Höhe von 762.000 Euro. Zusätzlich wird ein Vorsteuerabzugspotenzial von rund 1,9 Millionen Euro erwartet. Damit verbleibt für den Markt Burgebrach ein Eigenanteil von etwa 5 Millionen Euro, verteilt auf mehrere Haushaltsjahre.
Nach Vorliegen der Genehmigungen sollen noch in diesem Jahr die Ausschreibungen erfolgen. Der Beginn der Abbruch- und Bauarbeiten ist für Juli 2026 geplant. Die Eröffnung könnte – nach aktuellem Stand – im Juli 2028 gefeiert werden.
Erster Bürgermeister Johannes Maciejonczyk zeigte sich erfreut darüber, dass in der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl noch ein richtungsweisender Beschluss gefasst werden konnte: Mit der Wiederbelebung des „Goldenen Hirsch“ werde nicht nur ein historisches Gebäude erhalten, sondern auch ein neues Zentrum für Gastlichkeit, Begegnung und Tourismus in Burgebrach geschaffen.