Gemeinderäte besichtigten die Kläranlage der Verwaltungsgemeinschaft Burgebrach

Die Gemeinderäte des Marktes Burgebrach und der Gemeinde Schönbrunn i. Steigerwald informierten sich bei einer gemeinsamen Besichtigung über die moderne Kläranlage der Verwaltungsgemeinschaft. 

Gemeinschaftsvorsitzender Peter Pfohlmann begrüßte die Teilnehmer und hob die große Bedeutung der Einrichtung sowie das vielfältige Aufgabenfeld des Kläranlagenteams hervor.

Vor Ort erläuterten die Mitarbeiter den Weg des Abwassers durch die einzelnen Reinigungsstufen. Nach der Anlieferung wird das Abwasser zunächst in einer Kompaktanlage von Feststoffen, Fett und Sand befreit und anschließend der Vorklärung zugeführt, wobei bereits ein Teil des Klärschlamms abgezogen wird. Über einen Pufferbehälter gelangt das Abwasser zyklusgerecht in die drei Reaktoren.

In den Reaktoren durchläuft das Abwasser zeitversetzt innerhalb von rund fünf Stunden sämtliche biologischen Reinigungsprozesse. Mithilfe von Bakterien, Sauerstoff (Belüftung) und Ruhepausen werden Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor abgebaut. Anschließend trennt sich in der Sedimentation der Belebtschlamm vom gereinigten Wasser, das schließlich in die Mittelebrach eingeleitet wird. Ein Teil des Schlamms wird für den nächsten Reinigungszyklus wiederverwendet, der übrige Belebtschlamm sowie der Primärschlamm aus der Vorklärung gelangen in den Faulturm.

Dort entsteht Methangas, das in einem Blockheizkraftwerk in elektrische und thermische Energie umgewandelt wird. Während der erzeugte Strom zum Eigenbedarf der Kläranlage beiträgt, wird die Wärme für den Faulprozess genutzt. Anschließend wird der Klärschlamm mittels Schlammpresse entwässert und in den Gewächshäusern solar getrocknet. Der getrocknete Schlamm findet anschließend Verwendung bei Rekultivierungsmaßnahmen und in der Kompostierung.

Die Kläranlage reinigt das Abwasser aus 13 Ortschaften, das über ein ca. 74 Kilometer langes Kanalnetz – davon ca. 22 Kilometer Druckleitungen – und 18 Pumpwerke zur Anlage gelangt. Täglich werden bei einer Zulaufmenge von 1.500 bis 2.500 Kubikmetern bei Trockenwetter rund 15 Reinigungszyklen durchgeführt.

Für den sicheren und gesetzeskonformen Betrieb sind regelmäßige Messungen unerlässlich. Sämtliche Betriebsdaten werden in einem Betriebstagebuch dokumentiert und vom Wasserwirtschaftsamt kontrolliert. Geschäftsleiter Markus Kraus erläuterte, dass die kürzlich abgeschlossene Erweiterung und Ertüchtigung der Kläranlage mit einem Investitionsvolumen von über sieben Millionen Euro notwendig geworden war, nachdem die wasserrechtliche Erlaubnis Ende 2022 ausgelaufen war und die verschärften gesetzlichen Einleitungswerte mit der bisherigen Technik nicht mehr eingehalten werden konnten. Die Anlage ist derzeit auf 15.000 Einwohnergleichwerte ausgelegt und kann bei Bedarf auf 20.000 Einwohnergleichwerte erweitert werden.

Neben der Hauptkläranlage betreut das vierköpfige Team auch die Kläranlage Zettmannsdorf/Oberneuses mit zwei Pumpwerken. Darüber hinaus wird Klärschlamm aus Kleinkläranlagen angenommen. Das Aufgabenspektrum der Mitarbeiter reicht von Dokumentationen, Labor- und Elektroarbeiten über Wartung und Instandhaltung bis hin zur Fehlersuche und Störungsbeseitigung.

Ein unerfreulicher Teil der Arbeit entfällt auf die Beseitigung von Verstopfungen und Verzopfungen in Pumpen und an Anlageteilen. Gemeinschaftsvorsitzender Peter Pfohlmann appellierte deshalb an die Bevölkerung, keine Feuchttücher über die Toilette zu entsorgen, da diese Betriebsstörungen und damit Folgekosten verursachen. Diese sind letztendlich wieder von allen Anschlussnehmern über die Abwassergebühren zu tragen. Auch Essensreste gehören nicht in die Kanalisation, sie begünstigen das Ungezieferaufkommen.